Buchtipp zum Thema
Dieter Glandt
Heimische Amphibien
Bestimmen - Beobachten - Schützen
Dieses Buch stellt alle in Deutschland, Österreich und der Schweiz lebenden Amphibienarten detailliert mit ihren Verhaltensweisen und Lebensbedingungen vor. Es ermöglicht das einfache Bestimmen und fördert vor allem die Freude am Beobachten. Auch interessantes Wissen für Schutzmaßnahmen wird vermittelt.
Als Besonderheit finden sich auf der beigefügten CD die Paarungsrufe der Froschlurcharten. Im MP3-Format können die Stimmen auch unterwegs gehört und zur exakten Bestimmung mit den Originalrufen in der Natur verglichen werden.
1. Aufl. 2008, 180 S., 200 s/w- u. Farbabb.,
8 Tab., gb., mit Stimmen-DVD,
Einführungspreis € 19,95 (später €24,95)
Kurze systematische Bemerkungen
Laubfrosch, Hyla arborea
Unsere heimischen Amphibien beginnen ihr Leben im Wasser. Nach einer Umbildung (Metamorphose) leben die Amphibien dann die meiste Zeit überwiegend an Land in der Nähe von Gewässern. Nur wenige Arten bleiben ausschließlich an Land oder im Wasser.
Im Naturgarten sollte ein Gartenteich oder ein Schwimmteich natürlich nicht fehlen.
Man unterscheidet die Ordnung der Schwanzlurche (Urodela, Caudata) von der Ordnung der Froschlurche (Anura, Salientia).
Bei den Schwanzlurchen ist zeitlebens ein Schwanz vorhanden, die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine.
Bei den Froschlurchen fehlt der Schwanz bei erwachsenen (adulten) Tieren.
Heimische Amphibienarten
Schwanzlurche (Urodela, Caudata)
Der Schwanz ist bei den folgenden beiden Arten rundlich!
Feuersalamander, Salamandra salamandra
Mit fleckiger gelber, oranger oder roter Zeichnung
Alpensalamander, Salamandra atra
Keine Zeichnung sondern einheitlich schwarz.
Der Schwanz ist bei den folgenden Arten seitlich zusammengedrückt!
Bergmolch, Triturus alpestris
Bauch rötlich ungefleckt, bis 3000 m in stehenden oder schwach fließenden Gewässern. Maximal 8-10, seltener auch 12 cm Körperlänge.
Kammmolch, Triturus cristatus
Bauch gelb oder rötlich mit grob-gefleckter Zeichnung. In Wassertracht hat das Männchen einen kräftigen, gezackten Rückenkamm. Es handelt sich hier um die größte heimische Triturus-Art mit einer Körperlänge zwischen 14-20 cm.
Teichmolch, Triturus vulgaris
Bauch mit unregelmäßigen Flecken und Tupfen. In Wassertracht zeigen die Männchen einen welligen Rückenkamm.
Die Länge der Tiere beträgt 8-10 cm, seltener auch 12 cm.
Froschlurche (Anura, Salientia)
Laubfrosch (Hyla arborea)
Kleiner Frosch , bis 6 cm Länge. Die Fingerspitzen und Zehenspitzen zeigen Saugscheiben. Ohrdrüsen fehlen.
Wasserfrösche (Rana ridibunda, Rana lessonae, Rana esculenta)
Schwer zu unterscheidende Arten. Rana esculenta ergibt sich als Hybridform durch Kreuzung zwischen Rana ridibunda und Rana lessonae. Bei diesen Arten reichen die Schwimmhäute bis zu den Spitzen der Zehen. Bis zu 20 cm Körperlänge!
Springfrosch (Rana dalmatina)
Die Größe des Trommelfells entspricht fast der Augengröße uns sitzt nahe am Auge. Zieht man den Fuß bis zur Schnauzenspitze so reicht das Fersengelenk über die Spitze der Schnauze hinaus. 9-10 cm Körperlänge.
Grasfrosch (Rana temporaria)
Frösche mit abgerundet-stumpfer Spitze der Schnauze. 9-10 cm Körperlänge. Das Fersengelenk erreicht höchstens die Schnauzenspitze. Das Trommelfell sitzt deutlich vom Auge entfernt und ist kleiner als das Auge.
Moorfrosch (Rana arvalis)
Kleiner Frosch mit ungefähr 8 cm Körperlänge. Er kommt vor allem auf feuchten Wiesen vor. Die Unterseite ist nicht gefleckt wie beim Grasfrosch.
Erdkröte (Bufo bufo)
Größte heimische Kröte, kann bis zu 16 cm lang werden. Ohrdrüsen entfernen sich nach hinten voneinander.
Wechselkröte (Bufo viridis)
Bis zu 10 cm Körperlänge, Ohrdrüsen verlaufen parallel. Die Oberseite zeigt ein Muster aus grünlichen Flecken auf hellem Untergrund.
Kreuzkröte (Bufo calamita)
Die Kreuzkröte zeigt meist einen hellen Strich am Rücken. Ohrdrüsen annähernd parallel, wie bei der Wechselkröte.
Die Oberseite ist bräunlich oder grünlich, ohne Flecken.
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
Diese Art ist fast immer vergraben. Der Körper ist rundlich, die Pupille ist senkrecht. Bis 8 cm Körperlänge. Knoblauchkröten können sich durch Bisse verteidigen, sich Aufblähen und laute, kreischende Töne produzieren.
Bombina variegata (Bergunke)
Die Unken haben eine warzige Haut. Unterseite mit orangen bis roten Flecken, wobei die schwarze Farbe dominiert.
Bombina bombina (Tieflandunke)
Unterseite mit gelb-orangen Flecken, wobei die schwarze Farbe in den Hintergrund tritt. Die Unken sind eher klein, bis zu 5 cm.
Schwanzlurche
Männlicher Teichmolch, Triturus vulgaris
Junger Molch
Junge Molche zeigen äußere Kiemen. Die Jungtiere sind daher an das Wasser gebunden. Werden die Molche erwachsen, so werden diese Kiemen zurückgebildet. Der abgebildete Molch hat eine Körperlänge von ungefähr 30 mm. In einem reich bepflanzten Gartenteich fühlen sich Molche sehr wohl.
Der Teichmolch
Der Teichmolch ist ein kleiner, sehr hübscher Wassermolch. In Wassertracht haben die Männchen einen gezackten Rückenkamm und eine andere Färbung als in der Landtracht.
Beide Geschlechter zeigen unterschiedliche Färbungen. Die Weibchen sind unauffälliger gefärbt und häufig größer als die Männchen.
Beim Männchen ist am unteren Saum der Schwanzflosse eine typische Orange-Blau-Färbung zu erkennen (Bild). Die Teichmolche überwintern an geschützten Stellen an Land (Baumwurzeln etc.) und verändern in dieser Lebensphase das Aussehen.
Das Weibchen legt nach der Befruchtung zwischen 100 und 300 Eier, die einzeln in Wasserpflanzen eingewickelt werden.
Molche werden mit 2-3 Jahren geschlechtsreif.
Molche fressen freischwimmende Kleinkrebse (Wasserflöhe), Libellenlarven, Zuckmückenlarven aber auch verschiedene Amphibienlarven. Selber werden Molche von verschiedenen Fischen und Libellenlarven gejagt. Viele verschiedene Vogelarten fressen immer wieder Molche (Störche, Stare, Hühner...).
Froschlurche
Unken
Die Rotbauchunke ist ein kleiner Froschlurch mit einer herzförmigen Pupille. Rotbauchunken leben im Osten, Gelbbauchunken im Westen Österreichs. Natürlich existieren auch Überschneidungsgebiete dieser Arten.
Beide Arten sind einander sehr ähnlich. Die Gelbbauchunke besitzt gelbe Fingerspitzen, die Rotbauchunke nicht.
Daneben existieren viele andere Unterscheidungsmerkmale, wie zum Beispiel das Muster der Bauchseite.
Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen. Es werden bis zu 350 Eier in mehreren, lockeren Laichklümpchen abgelegt. Die Rotbauchunke frisst Zuckmückenlarven, Käfer, Spinnen und Tausendfüßer. Durch die Zerstörung von zahlreichen Gewässern ist die Rotbauchunke heute vielfach gefährdet und hat Schutzpriorität!
Für weitere Information empfehlen sich
Rotbauchunke, natürliche Haltung
Rotbauchunke, Unterseite, Bombina bombina
Kröten
Die Wechselkröte besitzt waagrechte, elliptische Pupillen. Weibchen sind etwas größer und haben eine deutlichere Zeichnung als die Männchen. Die Wechselkröte kann leicht mit der Kreuzkröte verwechselt werden.
Die Wechselkröte kommt in trockenen Gebieten vor und ist sehr resistent gegen Kälte und Trockenheit. Kennzeichnend während der Laichzeit sind lange Laichschnüre, die meist um Wasserpflanzen gewickelt werden.
Feinde der Wechselkröte sind der Mensch, durch expansive Landschaftszerstörung und verschiedene Raubvogelarten wie der Milan und der Waldkauz.
Weibliche Wechselkröte, Bufo viridis
Frösche
Der Springfrosch ist ein typischer Flachlandbewohner und bevorzugt lichte, leicht bewaldete Gegenden. In Österreich kommt der Springfrosch nur im Osten vor.
Das Trommelfell liegt nahe am Auge und die Schnauze ist spitz.
Bei Gefahr flüchtet der Springfrosch mit wenigen Sprüngen und drückt sich dann eng auf den Boden.
Die Springfrösche sind Frühlaicher (Februar, März) und befestigen die Laichballen gerne an Ästen im Uferbereich.
Springfrosch, Rana dalmatina
Laubfrosch
Der Laubfrosch sitzt im späten Sommer auf erhöhten Plätzen und das Männchen gibt unverkennbare Laute von sich.
Meine Laubfroschpopulation im Garten macht sich bis in den Herbst hinen bemerkbar.
Diese Laute können durch einen Specht, ein Flugzeug oder durch einen Konkurrenten verursacht werden. Sie dienen außerhalb der Paarungszeit wahrscheinlich der Revierabgrenzung. Manchmal findet man auch Farbvarianten, wie etwa wunderschöne blaue Farbmutationen. Laubfrösche fressen vor allem Spinnen, Käfer und Ohrwürmer und dürfen daher in keinem Naturgarten fehlen.
Am besten ist für die Amphibien die Vermeidung jeglicher Pflanzengifte, aber auch die Anlage eines naturbelassenen Schwimmteiches oder Gartenteiches. Regional sind die Laubfrösche in Mitteleuropa heute schon ausgerottet. Deshalb sollte man diese, wie auch andere Tierarten als "Naturjuwelen" betrachten und diese auch so behandeln.
Laubfrosch, Männchen mit luftgefüllter Schallblase
