Immer mehr Menschen erfreuen sich als Gartenteichbesitzer und Naturliebhaber an der Schönheit von Pflanzen. Die Anlage eines Gartenteichs und die entsprechende Bepflanzung mit einheimischen Pflanzen fördert die pflanzliche und damit auch die tierische Artenvielfalt unserer Lebensräume.
Es existieren amphibische Pflanzen, Sumpfpflanzen, Schwimmblattpflanzen und Unterwasserpflanzen. Hier sollen exemplarisch einige Vertreter kurz vorgestellt werden. Bei eingehendem Interesse empfehlen sich entsprechende Bücher.
Für alle tierischen Lebewesen sind Wasserpflanzen von besonderer Bedeutung. Durch die Fotosynthese können Pflanzen aus Kohlendioxid und Wasser bei Sonnenschein Traubenzucker und Sauerstoff produzieren. Pflanzen sind also die Basis unseres und auch des übrigen tierischen Lebens.
Möchte man also eine tierische Artenvielfalt in Teichen fördern, so führt kein Weg an einer umfangreichen Bepflanzung vorbei. Verwenden Sie dabei bitte ausschließlich heimische Pflanzen. Viele Sumpf- und Wasserpflanzen stehen heute auf der Roten Liste, da die Zerstörung und Austrocknung von Wasserlebensräumen noch immer der Begradigungswut mancher Menschen anheimfallen.
Für Tiere bieten Wasserpflanzen Nahrung, Laichplätze, Schutz, Unterstand und Schatten. Das gilt besonders für Kleintiere, die wiederum als Nahrung für größere Tiere dienen. Es gibt zahlreiche selten gewordene Fische, die sich aufgrund ihrer Kleinheit für Gartenteiche empfehlen. Solche Fische sind die Moderlieschen, Elritzen, Rotfedern und Bitterlinge. Karpfen und Verwandte wühlen gerne im Untergrund und trüben Teiche dadurch erheblich ein. Außerdem reißen sie die Wasserpflanzen häufig aus. Fische ja, aber die richtigen!
Höhere Wasserpflanzen treten sehr bald im Frühjahr in Konkurrenz zu Algen (hier vor allem mit der Fadenalge Spirogyra) und reduzieren das Algenwachstum über Nährstoffkonkurrenz und Beschattung auf ein erträgliches Maß. Überschüssige Algenteppiche können ruhig entfernt werden, vorher sollten aber diese Bereiche nach Tieren (Molchlarven, Kaulquappen, Wasserschnecken) durchsucht werden.
Pflegt man einen Teich gar nicht, so kommt es unweigerlich zur Verlandung und Versumpfung (natürliche Sukzession) der Wasserflächen. Sinnvoll ist also ein vorsichtiges und bedachtes, auf schonenden Artenschutz ausgerichtetes "Gartenteichmanagement".
Naturgeschützte Orchideen
Knabenkraut, Dactylorhiza sp.
Selten sieht man auf Sumpfwiesen heimische Orchideen. In den meisten Gebieten Mitteleuropas sind diese Orchideen heute ausgestorben. Alle Arten stehen unter strengem Naturschutz!
Sumpfdotterblume
Die Sumpfdotterblume wird 15-45 cm hoch. Die Blätter sind glatt und glänzend. Die Blüten sind dottergelb. Die Sumpfdotterblume wächst in verschiedenen Feuchgebieten, bevorzugt an etwas schattigeren Bachufern, Feuchtwiesen und Sumpfwiesen.
Die Pflanzen werden von Weidetieren nicht gerne gefressen, da die Pflanze einen scharfen Geschmack hat. Ihre Blüten werden oft als Kapernersatz in Essig und Öl eingelegt.
Fieberklee, Bitterklee
Fieberklee, Menyanthes trifoliata
Der Fieberklee oder Bitterklee kommt am Rand von Sümpfen und von Hochmooren vor. Er gehört zur Familie der Fieberkleegewächse. Die auffallend weiß gefärbten Blüten erscheinen im Mai-Juni. Auffällig sind die langgestielten, dreizähligen Blätter. Diese Pflanze steht unter Naturschutz.
Der Fieberklee kommt auch als Heilpflanze zum Einsatz, da die Blätter als Tee verabreicht den Appetit anregen sollen. Früher wurde der Fieberklee in der Volksmedizin bei Fiebererkrankungen eingesetzt, was aber aufgrund der Inhaltsstoffe zu keiner Fiebersenkung, aber zu einer Appetitanregung führte.
Brunnenkresse
Brunnenkresse, Nasturtium officinale
Die Brunnenkresse zählt zur Familie der Kreuzblütler, was sich an den 4 Blütenblättern zeigt durch die man ein Kreuz durchziehen kann. Die Brunnenkresse ist ein typischer Sumpfbewohner, der fast weltweit verbreitet ist. Die Blätter sind unpaarig gefiedert.
Die Blätter sind sehr reich an Vitamin C und Mineralsalzen. In der Volksheilkunde werden die Blätter zur Verdauungsförderung, aber auch für rheumatische Beschwerden eingesetzt. In letzter Zeit erleben Brunnenkresse und zahreiche andere Wildpflanzen in der gehobenen Küche eine Renaissance.
Wasserlinsen
Kleine Wasserlinse, Lemna minor
Die kleine Wasserlinse kommt in stehenden und sehr langsam fließenden Gewässern vor. Die Vermehrung ist in nicht zu besonnten, stehenden Gewässern oft massenhaft. Die Blättchen zeigen nur 2-3 mm Durchmesser und zählen zu den kleinsten Blütenpflanzen. Gerne werden diese Pflanzen von Enten gefressen, weshalb diese Pflanzen oft auch als "Entengrütze" bezeichnet werden.
